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Das versaute Gesellschaftsspiel Teil 1

„Mensch ärgere dich nicht ist so langweilig“, stöhnte ich und blickte auf das Spielfeld. Ich hatte soeben eine Sechs gewürfelt und zum gefühlt hundertsten Mal eine neue Figur ins Rennen geschickt.
Jan guckte mich an und grinste. Er konnte es kaum abwarten, mich erneut zu ärgern und die soeben befreite Figur wieder herauszuschmeißen.
Sanfte Musik klang aus den Boxen, mein Geist war vom Alkohol vernebelt. Ich würfelte erneut. Eine Zwei. Super.
Jan griff sich das Spielgerät. Eine Fünf.
„War ja klar“, seufzte ich und beobachtete, wie er meine Figur energisch vom Spielfeld kickte.
„Das war wohl nichts“, flötete er zufrieden und grinste erneut.
„Ich will nicht mehr spielen“, jammerte ich. Demonstrativ verweigerte ich die Annahme des Würfels.
„Echt jetzt, Liz?“, murrte Jan. „So kurz vor meinen Triumph?“
Saskia und Robert lachten. Sie hatten bereits vor einer halben Stunde das Spiel beendet, nachdem sie erfolgreich ihre Figuren in das sichere Zuhause eskortiert hatten.
„Ich finde das Spiel langweilig!“
„Na gut, dann bin ich halt dritter. Du bist durch Spielaufgabe die schändliche Letzte geworden.“
„Von mir aus …“, murmelte ich. Es war mir egal. Wirklich. Wen kümmerte schon so ein doofes, langweiliges Brettspiel.
„Was machen wir nun?“, fragte Robert und zupfte an seiner bunten Cap. Er lallte leicht, der Cola-Korn hatte auch bei ihm seine Spuren hinterlassen.
„Was für Spiele hast du noch?“, fragte Saskia und warf einen Blick auf das Regal neben ihr.
„So dies und das“, antwortete Jan beiläufig. „Aber die meisten Spiele haben wir heute schon gespielt.“
In der Tat hatten wir im Verlaufe unseres Spieleabends schon viel durch. Wir spielten mit Karten, Würfeln und elektronischen Geschicklichkeitsspielen. Doch nun, als die Uhr bereits ein Uhr morgens anzeigte, ging uns scheinbar die Puste aus. Auch waren die meisten anderen Gäste bereits gegangen. Nur Saskia (meine beste Freundin) und Robert, ein Kumpel von mir und Jan waren noch übrig.
„Hast du noch etwas spannendes?“, fragte ich Jan und beobachtete, wie Robert uns vieren einen Drink zubereitete.
„Prost!“, rief er und wir stürzten den Jägermeister hinunter. Ich erschauderte, als das lauwarme Gesöff meine Kehle herunterrannte.
„Etwas spannendes?“, überlegte Jan und ging zum Regal hinüber. Er wühlte in dem Spielestapel und summte leise vor sich hin. Es dauerte lange, bevor er nachdenklich etwas hervorzog.
„Was ist das?“, fragte ich interessiert, als er die rötliche Verpackung in unsere Richtung hielt. Sie war noch originalverpackt und in Folie eingeschweißt.
„Scheint ein Aktivitätsspiel zu sein“, sagte er und musterte das Cover. „Ich habe es mal geschenkt bekommen, doch noch nie gespielt.“
„Um was geht es?“, fragte Saskia und lehnte sich interessiert nach vorne.
Jan kniff die Augen zusammen und las den Text auf der Rückseite des Spiels. Der Alkohol hatte ihn voll im Griff und er tat sich schwer, die Buchstaben zu sinnvollen Sätzen zusammenzusetzen.
„Es ist ein Spiel für Erwachsene“, erklärte er. Er machte sich an, den Text vorzulesen, doch brach er schon nach wenigen Sekunden ab. „Boah, mein Kopf dreht sich.“
„Scheiß drauf“, sagte ich und machte eine fordernde Handbewegung. „Bring her. Wir finden es auch so heraus.“
Jan tat wie ihm geheißen. Ohne, dass wir wussten, worauf wir uns einließen, zerriss er die Folie und öffnete das Spiel.
Zum Vorschein kam ein Spielfeld, mehrere Würfel und einige Stapel mit Spielkarten. Jan legte das Spielfeld auf den Tisch. Dann reichte er jedem eine Figur. Er griff nach der Anleitung, doch Saskia nahm sie ihm aus der Hand und legte sie in den Karton zurück.
„Keine Zeit für trockene Instruktionen“, lallte sie. „Wir werden das Spiel auch so verstehen.“
Robert und ich stimmten zu. Jan nickte.
Das Spielfeld wie eine Art Strecke auf, welche die Spieler ablaufen mussten. Es gab einen Star- und ein Zielfeld. Zwischen diesen Feldern waren an einigen Stellen Frage- und Ausrufezeichen abgedruckt. Genau diese Symbole fanden wir auch auf den Spielkarten.
„Scheint einfach zu sein“, murmelte ich und griff selbstbewusst nach einer Spielfigur. Ich stellte sie an den Start. Die anderen taten es mir gleich.
„Ich fange an“, sagte ich und als keiner einen Einwand vorbrachte, ließ ich den Würfel über das Spielfeld rollen. Eine Sechs. Ich zählte die Felder ab und stellte meine Figur auf das sechste Feld.
„Knapp verpasst“, sagte ich und warf einen Blick auf das Fragezeichen, welches auf dem fünften Feld gelauert hätte. Auch Jan und Robert gelangen unspektakuläre Würfe. Saskia dagegen landete auf dem Fragezeichen.
„Nimm dir eine Karte“, forderte Jan und war, wie wir anderen auch, gespannt auf das, was kommen würde. Sie nickte und griff die Karte.
Ihre Augen huschten langsam über die Buchstaben. Dann lächelte sie.
„Mit wem hattest du deinen ersten Zungenkuss?“, las sie laut. Wir mussten lachen. So ein Spiel war es also. Ich dachte sofort an Wahrheit, oder Pflicht.
„Und?“, fragte Jan. „Erzähl!“
Saskia überlegte kurz. Ich als ihre beste Freundin kannte die Antwort bereits.
„Thomas“, sagte sie. Während die Jungs unwissend mit den Schultern zuckten, hatte ich ein Bild des Mannes im Kopf. Ich stand auch für eine kurze Zeit auf den Kerl mit den blonden Locken, doch das war lange her. Sei es drum. Ich musste wieder würfeln.
Wieder eine Sechs.
„Alles müssen trinken“, las ich die Ausrufezeichenkarte vor, die ich ziehen musste.
„Na dann“, sagte Robert und goss uns wieder Jägermeister ein. „Hoch die Tassen!“
Der Schnaps brannte noch schlimmer als beim Mal davor. Ich spülte mit Cola nach.
Robert griff sich den Würfel. Wenige Sekunden später landete er auf meinem Feld und wir tranken erneut. Furchtbar. Mein Kopf fuhr Karussell und ich wusste, dass es den anderen ähnlich erging.
Jans Wurf war unspektakulär. Janas auch. Ich war wieder dran.
„Zwei“, murmelte ich, stellte die Figur auf einem Fragezeichen ab und griff eine Karte.
„Hattest du schon einmal Sex in der Öffentlichkeit?“, las ich verunsichert vor. Wow, es war wirklich ein Spiel für Erwachsene.
Die Jungs lachten, Saskia grinste mich an. Sie kannte die Antwort natürlich.
„Und?“, forderte ich Jan zum Sprechen auf. Ich warf einen verschwörerischen Blick in die Runde.
„Ja“, sagte ich schließlich. Die Männer, beide knapp unter dreißig Jahre alt, sahen mich bewundernd an.
„Wo das denn?“, fragte Robert.
„Und mit wem?“, fügte Jan hinzu. Doch ich schüttelte den Kopf.
„Das war nicht Bestandteil der Frage“, gab ich frech zurück. In meinem Kopf hingegen flammten heiße Bilder auf, wie ich im Wald mit dem Rücken auf einem Holzstapel lag. Schneeflocken stoben hinab und legten sich auf den weißen Boden, während Samuel meine Beine spreizte und mit seiner Zunge an meinen Schamlippen spielte. Ich weiß noch genau, wie laut ich damals gestöhnt hatte und war froh, dass uns kein Spaziergänger gesehen hatte. Meine Leggings lag damals unter meinen Kopf und diente als Kissen, mein Tanga versank im Schnee. Als dann sein harter Schwanz in mich eindrang, explodierte ich vor Ekstase. Wenige Minuten später war der Spaß vorbei gewesen. Ich erinnerte mich an die kalten Knie, die ich bekam, als ich vor ihm im Schnee hockte und seinen Penis blies. Er stöhnte wie ein Bär und sein heißes Sperma, welches mir anschließend an der Wange herunterlief, stellte einen merkwürdigen Kontrast zur Winterlandschaft dar.
„Kann es weitergehen“, unterbrach Jan meine Gedanken. Er sah mich erwartungsvoll an. Scheinbar hatte ich mich zu lange in meinem Kopf aufgehalten.
Vor mir stand bereits ein weiterer Jägermeister. Wir tranken erneut, dann griff Saskia den Würfel.

Fortsetzung folgt.


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